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John Pilger:
Blairs Desinformationspolitik
Blair hat jetzt eine
Untersuchung über das Versagen des Geheimdienstes angekündigt,
der ihm auf mysteriöse Weise Beweise für Massenvernichtungswaffen
vorenthalten habe, die, wie er wiederholt betonte, sein Ziel
beim Angriff auf den Irak waren. Genau wie der Zwist mit der BBC und die
Hutton-Untersuchung ziemlich bewusste Ablenkungsmanöver waren, ist
auch seine neueste Untersuchung eine weitere Panikmaßnahme. Es wird
deutlich, dass wie es ein US-Journalist darstellte George
W. Bush jetzt Tony Blair im Regen stehen lässt.
Blair ist bisher stets Bush gefolgt. Bei der Ankündigung vom letzten
Wochenende über seine eigene Untersuchung bezüglich des
Versagens der Geheimdienste hofft Bush, sich selbst als unschuldiges,
ungerecht behandeltes Mitglied der Öffentlichkeit darzustellen, das
wissen will, warum Amerikas zahlreichen Spionagedienste die Nation nicht
über die Tatsache alarmiert haben, und die jetzt von Bushs eigenem
Waffeninspekteur David Kay bestätigt wurde, dass es keine Massenvernichtungswaffen
gab und dass wahrscheinlich keine seit der Zeit vor dem Golfkrieg von
1991 existierten und die Begründungen, den Krieg zu beginnen beinahe
alle falsch gewesen seien. Roy McGovern erzählte mir: Das
Ganze war zu 95% eine Farce. McGovern ist ein ehemaliger hochrangiger
CIA-Analytiker und einer aus einer Gruppe ehemaliger hoher Geheimdienstoffiziere,
von denen einige beschrieben haben, wie die Bush-Administration forderte,
dass Geheimdienstberichte so geformt werden sollten, dass sie mit den
politischen Zielen in Einklang standen und welche Rolle Großbritannien
bei dieser Farce spielte.
Das waren Geheimdienstberichte, die absoluter Unsinn waren,
erklärte ein früherer Geheimdienstoffizier dem New Yorker, aber
die Briten wollten in England und überall auf der Welt Geschichten
in Umlauf bringen. Er beschrieb, wie dem britischen Geheimdienst
undurchführbare (unglaubwürdige) Geheimdienstberichte zugeleitet
wurden und dieser dann die Zeitungen damit versorgte.
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SF 76
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